Nachhaltigkeit im Tourismus

Sonntag, 02. August 2026 in Wien. Der Klimawandel ist angekommen. Er ist jetzt nicht mehr nur eine Schlagzeile in den Abendnachrichten. Oder ein Kommentar am Stammtisch. Der Anstieg der Durchschnittstemperatur ist spürbar geworden. Und sichtbar. Ein Blick auf den Rasen spricht Bände. Er sieht aus wie eine Autobahnraststätten-Verkehrsinsel in Süditalien. Die Höchst-Temperaturen der letzten Wochen haben ihre Spuren im Garten hinterlassen. Gelbes Stroh statt grünes Gras. El Ninho ist erbarmungslos. Aus dem Moosbewachsenen Gehweg durch die Anlage wurde ein ausgetretener Trampelpfad. Das Grün kann sich nicht mehr erholen. Es kommen braune, lehmige Flächen zum Vorschein. Die Bäume mit welken Blättern. Im Juli gab es immer sonst eine Menge Marillen. Die sind dieses Jahr ausgeblieben. Vermutlich ist es zu heiß geworden für Marillen. Den kleinen neuen Apfelbaum habe ich letztes Jahr im Baumarkt gekauft. Im Herbst, also im ersten Jahr seiner Einpflanzung trug er schon ungefähr 10 Äpfel. Und das, obwohl ich ihn vom Baumarkt ins Auto gepackt habe, ganz ohne Schutz. Einfach in den Kofferaum gepfercht. Der Topf schaute nach vorn auf den Beifahrersitz. Die Baumkrone füllte den Rest des Autos aus. Er stand damals in voller Blüte. Und der Stress der Übersiedelung vom Gartencenter bis nach Hause hat ihm weniger zugesetzt als das Wetter in diesem Jahr. Heute trägt er genau einen Apfel. Aber das hat weniger mit der Hitze, als mit dem Frost im Frühling zu tun. Der hat den Blüten zugesetzt. Ohne mobiles Klimegerät kann man dieses Jahr nicht mehr schlafen. Zu heiss in der Nacht. Nächstes Jahr muss es eine professionelle Klima Lösung für die vier Wände geben. Es ist Zeit.

Die Gäste, die derzeit im Bus unterwegs sind, leiden unter der Hitze. Zwar ist es innen schön klimatisiert. Aber sobald sich die Tür öffnet, schlägt einem die Sahara Temperatur voll entgegen. Wasser wird zum Überlebenselement im Großstadtjungel. Die Trinkflasche ist immer im Rucksack. Aber viel zu schnell leer. Und kaltes Wasser ist im Moment das einzige was wirklich wichtig ist. Es bilden sich Schlangen vor den öffentlichen Trinkbrunnen. Regenschirme werden aufgespannt, aber als Schutz vor der Sonne. Der Asphalt flimmert. Für die Gesundheit ist ein City Trip unter diesen Voraussetzungen eine echte Herausforderung. Man sieht es an den roten, schweissnassen Gesichtern der Reisenden. Einige quälen sich richtig dabei, die paar Treppen zum nächsten Gruppenrestaurant hochzugehen, oder wenn sie auf dem Busparkplatz Richtung Schloss spazieren. Im Gänsemarsch. Ganz vorne der Fremdenführer. Mit einer bunten Fahne. Damit man weiss, wo man hinlaufen soll. Ein großer Teil unserer Wohlstandsgesellschaft (Begriffsherkunft fraglich) ist Übergewichtig (Tatsache). Viele sogar mit Adipositas. Dieser Anblick ist Stadtbild-Prägend. Und das Zuviel an Kilos macht sich bei dieser Hitze noch stärker bemerkbar als sonst. Vielleicht ist es auch ein Sinnbild unserer aus den Angeln geratenen „Zivilisation“. Tourismus bis zum Anschlag. Und ein Stück Torte geht immer noch rein. Natürlich muss alles immer vom Besten sein, und am besten sofort und billig. Das Personal soll perfektes Service bieten. Ein Platz an der Sonne. Mit Fenster. Das ist klar. Dafür haben wir ja auch Jahrelang gearbeitet, nicht wahr? Währenddessen zeigen sich einige Risse in dieser Europäischen Reise-Idylle. Das perfekte Personal wird knapp, dankbar werden weniger Talentierte engagiert.

Und nochmal die selbe Frage: Was hat das alles mit Busreisen zu tun? Und mit Bustravel.at? Sehr viel. Die Zeiten haben sich geändert. Vor mehr als 30 Jahren habe ich begonnen, mich mit dem Tourismus im Alpenraum zu beschäftigen. Und damals wurden bereits die ersten Stimmen zu Klimawandel bekannt. Aber meistens ungehört. Heute stehen wir vor der angekündigten Katastrophe. Sie ist sichtbar und greifbar geworden. Und es ist erst der Halbe Weg dorthin. Auch wenn es fast unmöglich scheint, die Katastrophe abzuwenden. Eine Chance besteht doch noch. Und sie erfordert alles was die Menscheit hervorbringen kann, um Lösungen zu finden. Ich bin dabei. Ab heute nicht nur mehr als Zuschauer, sondern aktiv. Mit Bustravel.at – übrigens: Busreisen zählen zu den Umweltfreundlichsten Art des Reisens überhaupt.

Allein die Frage, ob Tourismus überhaupt nachhaltig sein kann, sorgt für Diskussionen. Man denkt an Abgase durch Autos der anreisenden Gäste, an Staus auf den Autobahnen, an versiegelte Parkplätze und Freizeitanlagen. Aber jetzt mal ganz langsam. Ist es das wirklich, was den Tourismus ausmacht? Nein. Die Tatsache dass viel gebaut wird und viel versiegelt, das ist nicht die Schuld des Fremdenverkehrs. Zumindest ist der überwiegende Teil der versiegelten Flächen nicht im Tourismus sondern in anderen Branchen zu finden. Bei den Autos gilt das selbe. Auch hier nimmt der Verkehr, durch Touristenströme verursacht, nicht den überwiegenden Anteil der Emissionen durch Fahrzeuge ein. Und so könnte man das jetzt mit allen Aspekten des Begriffes „Nachhaltigkeit“ durchspielen. Vorher sollte man sich das Wort einmal genauer ansehen. Denn erst dann kann man sich damit wirklich beschäftigen. Was bedeutet es also?
Wann ist Tourismus nachhaltig? Und warum soll das besser sein als „normaler Tourismus“?

Nachhaltigkeit – ein Wort das fast keiner versteht
Irgendwann Ende des vorigen Jahrhunderts tauchten vermehrt Studien auf über den Zustand unseres Planeten. Z.B. auf von der Harward Universität – Und in diesem Zusammenhang fiel der Begriff Nachhaltigkeit zum ersten Mal. Heute gibt es ganze Studienzweige, wissenschaftliche Institute und Organisationen, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Doch das Wesentliche dringt nicht immer nach außen. Nachhaltigkeit wird im allgemeinen meist als Spinnerei abgetan. Als störende Idee, die die Wirtschaft behindert. Und nicht fördert. Natürlich gibt es bereits viele Unternehmer, die das anders sehen. Und auch schon in die Praxis umgesetzt haben. Hotels, Gastronomiebetriebe, Tourismusverbände – viele realisieren gerade nachhaltige Konzepte. Wir werden einige davon hier präsentieren.

Auch die Europäische Union fördert das Thema massiv. Doch wenn man einmal schaut, wieviel an Geld und Ressourcen da hineinfliesst – der Effekt ist nicht besonders stark. Denn sonst hätten wir das Problem des Klimawandels in dieser Intensität nicht so stark, heute im Jahr 2026 wie es sich gerade präsentiert. Immerhin gab es mehr als 30 Jahre zum „In die Gänge bringen“. Aber das hat offenbar noch nicht so geklappt, wie wir es brauchen, damit sich was verändert. Die Welt ist im Krisenmodus. Die Durchschnittstemperatur steigt rasant und immer schneller. Heiße Sommer werden unterträglich. Daher ist es wichtig, dass die Informationen für alle transparent, übersichtlich und auch nutzbarer werden. Dieser neue Schwerpunkt auf Bustravel.at soll dabei helfen. Dass möglichst viele Touristiker hier schnell das Thema Nachhaltigkeit in ihren Arbeitsalltag aufnehmen können.

Nachhaltigkeit ist ein teurer Luxus

Denn was hilft mir die beste Idee wenn der Konkurrenzbetrieb um die Ecke auf die Nachhaltigkeit pfeift und dafür die hälfte an Kosten hat. Nachhaltigkeit kostet Geld. Das heisst man investiert in etwas, das nicht mit Geld bezahlt wird. Kann man Nachhaltig und doch Wettbewerbsfähig sein? Wieviel sind die Kunden bereit, für dieses Thema in Ihrem Urlaub zu zahlen?
Wir würden gerne mehr über Ihre Meinung dazu erfahren! Schreiben Sie uns und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen im Bereich Nachhaltiges Reisen. Wir berichten gerne darüber!

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